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Illiquidität als Vorteil: Warum langfristige Investments Stabilität schaffen können

12.02.2026

Liquidität gilt in der klassischen Finanzwelt als uneingeschränkter Vorteil. Kapital soll jederzeit verfügbar sein, Positionen flexibel angepasst, Risiken kurzfristig gesteuert werden können. Dieses Verständnis ist tief verankert. Gleichzeitig zeigt die Realität der Kapitalmärkte ein differenzierteres Bild. Permanente Handelbarkeit erzeugt nicht nur Flexibilität, sondern auch Volatilität. Genau an diesem Punkt beginnt eine Neubewertung. Illiquidität wird zunehmend nicht als Nachteil, sondern als struktureller Vorteil verstanden. Besonders im Umfeld von Private Equity Investments, wie sie auch von Nordstein analysiert werden.

Der Begriff «illiquide» löst bei vielen Anlegern zunächst eine intuitive Skepsis aus. Kapitalbindung klingt nach Einschränkung, fehlende Handelbarkeit nach Kontrollverlust. In der Praxis entsteht jedoch ein anderer Mechanismus. Illiquidität entkoppelt Investments von kurzfristigen Marktbewegungen. Bewertungen entwickeln sich nicht im Takt täglicher Schlagzeilen, sondern entlang operativer Fortschritte.

Öffentliche Märkte reagieren permanent auf externe Einflüsse. Zinsen, politische Ereignisse, makroökonomische Erwartungen oder Stimmungsindikatoren wirken unmittelbar auf Preise. Diese Dynamik erzeugt Chancen, aber auch strukturelle Unruhe. Für langfristig orientierte Anleger entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen strategischer Planung und kurzfristiger Marktvolatilität.

Illiquide Investments folgen einer anderen Logik. Unternehmenswerte entwickeln sich primär entlang realer Wertschöpfung. Umsatzentwicklung, Margenstruktur, operative Effizienz oder strategische Positionierung bestimmen die Bewertung stärker als Marktstimmung. Diese Entkopplung reduziert kurzfristige Schwankungen erheblich.

Ein weiterer Faktor liegt in der Anlegerpsychologie. Permanente Handelbarkeit erzeugt Handlungsmöglichkeit. Handlungsmöglichkeit erzeugt Reaktion. Reaktion erzeugt häufig Fehlentscheidungen. Kurzfristige Marktbewegungen verleiten zu taktischen Anpassungen, die langfristige Strategien unterminieren. Illiquidität wirkt hier stabilisierend.

Gerade Private Equity profitiert strukturell von diesem Mechanismus. Kapital wird mit klarem Zeithorizont investiert. Wertentwicklung entsteht aus operativer Entwicklung, nicht aus Marktgeräuschen. Für Investoren entsteht dadurch eine deutlich höhere Planbarkeit.

Auch die Bewertungspraxis unterscheidet sich fundamental. Illiquide Assets werden nicht permanent neu bepreist. Das reduziert Bewertungsvolatilität und verhindert kurzfristige Marktübertreibungen. Für strategische Vermögensplanung entsteht dadurch eine stabilere Grundlage.

In der Schweiz gewinnt dieser Ansatz sichtbar an Bedeutung. Viele Anleger bevorzugen Stabilität, Substanz und langfristige Wertentwicklung gegenüber kurzfristiger Spekulation. Illiquide Investments passen strukturell gut zu dieser Mentalität.

Langfristig zeigt sich ein klarer Effekt. Illiquidität ist keine Einschränkung, sondern ein Filter. Sie begünstigt strategisches Denken, reduziert emotionale Marktreaktionen und stabilisiert Wertentwicklungen.

Genau diese Perspektive wird auch von Nordstein regelmässig hervorgehoben. Denn nachhaltige Investments entstehen selten aus kurzfristiger Flexibilität, sondern aus struktureller Stabilität.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis. Nicht jede fehlende Liquidität ist ein Nachteil. In vielen Fällen ist sie ein Schutzmechanismus.